„Wer im Feuer seiner Gefühle stehen bleibt, wird merken, dass er Feuer und Wasser zugleich sein kann…“

 Mit einer der herauszufordernden Dinge im Leben, ist unser Umgang mit Gefühlen. Mehrfach bin ich angeschrieben worden, ob ich mich bitte dem Thema, insbesondere den negativen Gefühlen widmen könnte. Gefragt – getan.
„Wer im Feuer seiner Gefühle stehen bleibt, wird merken, dass er Feuer und Wasser zugleich sein kann…“
Ein starkes Bild, mit einer starken Wirkung, vielleicht wirkt es sogar durch den Begriff Feuer etwas gefährlich. Kann sein, jedoch spendet Feuer auch Wärme, in der Dunkelheit spendet es Licht. So sehe ich in Bezug auf unseren Gefühlsumgang, das Feuer als wärmendes, nährendes Licht. Haben wir einen guten Zugang zu unserer Gefühlswelt, wird einiges im Leben wesentlich entspannter.
Gefühle wollen gefühlt und nicht verdrängt werden. Gefühle wollen sich mitteilen. Ausdruck von inneren Anteilen sein. Wegführer zu etwas in Dir oder aber auch mit Dir sein. Klingt so einfach, klappt bei den schönen Gefühlen wunderbar, ja, da schreien wir förmlich herzlich willkommen, ihr sollt immer, am besten jede Minute da sein, mehr davon…

Die unangenehmen Gefühle, die wollen wir nicht fühlen, schicken sie in den Keller. Agieren vielleicht von da an in den Tiefen. Manchmal rücken sie an die Schwelle des Bewusstseins, klopfen an. Bloß nicht die Tür auf machen, könnt ja unangenehm sein, vielleicht auch schmerzlich.
Ne, ne, das wollen wir alle mehr oder weniger nicht. Das ist mir absolut klar, passiert mir auch. Doch habe ich gemerkt, das sie dort weitaus andere Dinge durcheinander bringen, Dinge verdrehen, Glaubenssätze, Gedanken, Gefühle, Empfindungen und sogar teilweise sich in Ängste verwandeln. Im jetzigen Leben zu starkem Stresserleben führen können.
In unserer Spaßgesellschaft ist dafür oft kein Raum. Wohlfühlen, über rosarote Wolken schweben. Versteh mich nicht falsch, ja wohlfühlen und sich der Freude, den positiven Dingen widmen, „predige“ ich ja selber so viel, ist unglaublich wichtig. Und natürlich richte ich weitgehend meinen Fokus im Leben dahin aus.
Jedoch wirst Du mir wahrscheinlich zustimmen, dass es Erfahrungen gibt, in denen, das wenig bis gar nichts bringt, die schmerzlich negative Gefühle ausgelöst haben, uns verletzt haben. Die nicht „schön geredet“, weg visualisiert, affirmiert, meditiert werden können. Oh ja, so einige Male stand ich im Feuer, einiges aus der Vergangenheit, einiges einfach so, weil meine Gefühle da waren. Du kannst mir glauben, einige Male habe auch ich mich verbrannt, aber nicht durch das Fühlen der unangenehmen Gefühle, sondern durch das Festbeißen von der Vergangenheit. Und den verdrängten Gefühlen, die so manche alten Erfahrungen mit sich bringen.
Bis ich die Balance gefunden hatte, mir bewusst wurde, dass es einen kleinen Unterschied gibt, zwischen dem Fühlen, annehmen, verdrängen, dem eigenen aufbauschenden und den selbst kreierten aus den Alten Dingen, was das Jetzt absolut überschattet, verdreht usw. und ich selber dadurch zu lange im Feuer stehen bleibe, mich deshalb verbrenne. Bis mir bewusst wurde, dass es bei vielen alten Erfahrungen, um die nicht gefühlten Gefühle ging, manchmal sind es nicht die Glaubenssätze oder die jeweilige Erfahrung , sondern die negativ verdrängten, gekoppelten Gefühle aus dieser Erfahrung.

Was, ich selber soll mich ins Feuer stellen, aus freien Stücken, unangenehme Dinge erfahren?

Wenn, wir uns erlauben diese anzuschauen. Wenn wir uns den Raum nehmen, uns diesen Gefühlen hingeben, sie liebevoll und bejahend annehmen entsteht ein heilsamer friedvoller Prozess. Durch das Annehmen, Fühlen, akzeptieren, entsteht ein Prozess, mit ihnen umzugehen. Denn sie sind nicht schlimm, unsere Bewertung gibt ihnen die Bedeutung. Sie sind in ihren ganzen Facetten Teile von unserem menschlichen Dasein. Es passieren Dinge auf die wir keinen Einfluss haben. Wie wir mit den Dingen umgehen schon, das ist unser Handlungsspielraum, auf den wir großen Einfluss haben!

Es führt aber zuerst immer in unserem System zum Chaos. Unser System ist in jeglicher Form bemüht, immer eine gewisse Harmonie und Stabilität herzustellen, weswegen, wir mehr oder weniger zur Schmerzvermeidung neigen. Gerade in diesem Chaos, was wir meinen nicht beherrschen zu können, vermeiden wir. Um wieder geordnete Stabilität und Harmonie zu bekommen. Dieses Chaos in oder durch negative Gefühle, Ängsten, Sorgen legt sich, wie ein Nebel über unseren inneren Frieden.

„Wer nicht davon läuft, wird bemerken, das im Feuer der Gefühle stehen bleiben, zu fühlen, alles anzunehmen, was an Gefühlen da ist, magisch dazu führt, das Wasser zugleich zu sein.“

Es lodert, der Schmerz wird angenommen, er erhält die Aufmerksamkeit, die er benötigt. Und genau durch diesen Prozess der Aufmerksamkeit, des gesehen werden, er sich heilsam verändert. Manchmal auch die dahinterliegenden Dinge sich zeigen. Tropfen für Tropfen fängt das Wasser an zu wirken. Das Gefühl fängt an sich zu verändern, ganz langsam, manchmal schnell, das ist völlig individuell. Es löst sich selber auf oder so, bis wir im inneren Frieden damit schließen können.
Wir sind unseren Gefühlen nicht nur „unkontrolliert“ ausgeliefert. Sie können durch äußere Dinge/Menschen/Situationen entfacht werden, jedoch entstehen die reinen Gefühle in uns. Gebe ich die Macht meiner Gefühle ins Außen, wären wir in einer absoluten Abhängigkeit, könnten uns ja nie GUT fühlen. Ich habe mich schon viele Male einfach so gut gefühlt, kenne viele, bei denen es genauso ist und ich vermute, bei Dir wird es ähnlich sein! Deswegen bin ich der Meinung, wir sind alle in der Lage und haben diesen eigenen Schlüssel für unsere Gefühle, womit wir einen Einfluss auf sie haben.

Dafür steht das Bild des Wassers. Tröpfchen für Tröpfchen verbindet es sich und fließt. Auf und ab, fließt um Hürden. Hat eine eigene Energie, des natürlichen Fließens und dadurch eine starke positive Wirkungsweise.
In Bezug auf Gefühle sehe ich das Wasser, für die positiven Gefühle und Erinnerungen. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Das heißt also, dort wo ich meinen Fokus hin lenke, fließt Energie. Erinnere ich mich an gute positive Dinge/Gefühle, wirkt dieses heilend. Das ist ein kleiner eigener Schalter, mit dem wir unsere Gefühlslagen selber beeinflussen können. Damit meine ich nicht, dass wir die Schmerzlichen überdecken, sondern wir eine Balance hinbekommen, nicht in dem zu viel abdriften, im Schmerz verharren. So können aus gefühlten schmerzlichen Dingen, wir selber heilendes Wasser sein, indem wir den Fokus verändern.
Probiere es aus und erfahre wie Du Feuer und Wasser zu gleich sein kannst. Für mich hat sich dadurch unglaublich viel im Leben verändert. Denn gerade den Umgang mit den Negativen/unangenehmen Dingen lernen wir oftmals nicht.
Wenn wundert’s, könnt ja schmerzlich sein. Ich meine das jetzt überhaupt nicht negativ, alle machen es an ihrer Stelle so, wie ihr Bewusstsein es zu lässt, geben genau in diesem Moment ihr Bestes, was möglich ist. Manchmal aus ihren eigenen Geschichten heraus. Weil sie es ebenfalls nicht gelernt haben.
Teilweise liegt die Kunst in dem Erkennen, ab wann wir welchen Prozess durchlaufen sollten, ist es gerade Schmerzvermeidung, sollte ich genauer hinschauen oder entfache ich gerade selber das Feuer.
Generell hilft es uns im späteren Leben nicht weiter, wenn wir uns in oder an Schulddingen festbeißen. Erkennen und Ursprünge sehen, ist eine Sache, an den Dingen im Leben festhalten, kann genauso zur weiteren eher negativen Spirale, Verdrehungen führen. Wie ich schon schrieb, führt es dann nicht zu inneren Frieden.

Nimm Dir die Zeit, Ruhe und Stille, die Du dafür brauchst. Vielleicht kann ein Unterstützer, ob Therapeut, Coach notwendig sein oder es reicht ein/e guter/e Freund/in. Du bist Dein bester Coach und wirst genau das Richtige finden, was Du für Dich und Dein Leben brauchst.
Vielleicht habe auch ich Dir hiermit, einen kleinen Impuls geben können, das würde mich freuen. Vielleicht traust Du Dich, Gefühle mal in der ein oder anderen Betrachtungsweise zu sehen, vielleicht auch wagen, Dich mal ins Feuer zu stellen oder auch erkennen, das vielleicht, was loszulassen ist.
Ich wünsche mir, das Du erfährst und spürst, wenn Du im Feuer Deiner Gefühle stehst, durch Deinen veränderten Fokus, wie Du an dieser Stelle heilendes Wasser selber wirst und bist…
„Jedes einzelne Gefühl verwandelt die ganze Welt.“ Jean Paul Sartre
Namaste
Deine Bärbel