3. Türchen-„Wer genießen kann, hat nicht weniger Probleme im Leben, lebt aber freier, leichter und mit mehr Lebensfreude…“

„Wer genießen kann, hat nicht weniger Probleme im Leben, lebt aber freier, leichter und mit mehr Lebensfreude…“ Bärbel Gebhardt
Genuss!
Klingt so einfach und banal, jedoch haben aufgrund ihrer Belastungen, viele Menschen, diesen Zugang von positiven Erlebnissen verdrängt bzw. können sie es nicht mehr wahrnehmen. Ein Kreislauf, der dann weiter negativ sich entwickelt. Unter langanhaltenden Stress wird die Genussfähigkeit verschüttet.
Genuss dient dazu, die kleinen Freuden im Alltag wieder wahrzunehmen, mit all seinen Sinnen genießen zu können. Wenn wir achtsam werden, dem Genuss zu wenig Aufmerksamkeit schenken, berauben wir uns selbst im Alltag von den vielen kleinen positiven Momenten von Freude und Glück, schenken wir dem Genuss wieder mehr Aufmerksamkeit, tun wir selber ganz viel für unser eigenes Wohlbefinden.
Mit Genuss oder genießen, nehmen wir über unsere Sinne also unsere Welt wahr. Das ist wie so fast alles, völlig individuell, verschieden, wie uns was jeder als Genuss empfindet.
In unserer Zeit sind wir häufig überreizt, haben ein Überangebot und dieser wichtige Schlüssel, für die eigenen Lebensempfindungen gerät ins Hinterstübchen. Wir nehmen Dinge, Menschen, Situationen als selbstverständlich…
Genuss fördert unsere Freude oder auch Lebensfreude, sie verbindet.
„Kein Genuss ist vorübergehend; denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend.“ Johann Wolfgang Goethe
Kann zur nährenden Erinnerung werden, die in schlechten Tagen helfen kann, diese anders, schneller zu überstehen.
Und Genuss bezieht sich nicht nur auf unser Essen/Trinken, sondern auch auf das Hören eines wundervollen Musikstückes, was den Geist berührt, ein schönes Buch lesen, ein Bild, in der Natur. Es gibt vielfältige Dinge mehr Genuss zu zelebrieren. Zu schade, um es nur auf einen Sinneskanal zu beschränken.
Genuss braucht Zeit, in/unter Hektik, wird es weniger funktionieren und als erfüllend empfunden werden. Und es benötigt nicht immer viel Zeit, manchmal ist es nur ein kleiner Augenblick.
Nicht immer hilft viel!
Genuss viel oder wenig. Wir sollten wählen, den Genuss soll kein konsumieren werden, um anderes zu überdecken. So werden manchmal Gefühle häufig mit Essen kompensiert. Das typische „Frustessen“ kennt jeder und eigentlich braucht es in diesen Momenten was ganz anderes.
Genießen braucht Achtsamkeit. Tun wir zu viele Dinge nebenbei, verpassen wir den erfüllenden Genuss.
„So wie das Glück manchmal eher in den kleinen Dingen steckt, steckt auch Genuss in den vielen kleinen Momenten am Tag.“
Es geht darum, genau diese sehr individuellen Genussmomente für sich zu finden und im Alltag sie zu zelebrieren.
Um ein Gespür dafür zu bekommen, hat mir sehr gut geholfen, etwas Detektiv zu spielen und meinen individuellen Genussmomenten auf der Spur zu kommen.
Dazu habe ich am Abend mir ein Blatt genommen und mir Dinge aufgeschrieben.
Was war angenehm?
Wobei habe ich Freude empfunden?
Was konnte ich genießen?
Welche Sinne habe ich bewusst gespürt?
Beispiele: Auf dem Weg zur Arbeit den Wind im Gesicht gespürt, ein Lächeln, die Dusche, das Wasser auf der Haut, den Sonnenaufgang/untergang, ein Gespräch, ein Musikstück, ein Buch usw.
Zuletzt eine kleine Achtsamkeitsübung/Inspiration Tee:
Manchmal reicht eine Tasse Tee…
Ich kann den Tee einfach so trinken, hinunterschlucken, vielleicht auch hastig und eilig. Oder (!)
ICH trinke Tee… (????)
In dem ich die warme Tasse genüsslich in den Händen halte, die Wärme achtsam in den Handflächen spüre, sie sich weiter entfalten lasse. Ich mit meiner Nase den Duft, den er versprüht wahrnehme, vielleicht die Tasse näher an meine Nase führe, was rieche ich? Ist es lieblich, herbe? Wie fühlen sich meine Lippen beim ansetzten der Tasse an? Wie der Rand der Tasse?
Was passiert in dem leeren Raum, während ich die Tasse in ihrer Bewegung verändere und der erste Schluck meine Lippen berührt? Was spüre ich auf der Zungenspitze? Der ganzen Zunge? Mundraum? Kann ich einzelne Bestandteile schmecken? Die angenehme Wärme des Tees innerlich nun spüren? Spüren, wie meine Muskulatur anfängt, den ersten Schluck langsam in den Rachen zu gleiten? Vielleicht auch nur in der Vorstellung erspüren, wie er die Speiseröhre runterfließt?
Denn zweiten Schluck nehmen und Unterschiede wahrnehme?
So kann „man“ Tee auch trinken. Ob er besser schmeckt, kann ich nicht sagen, jedoch führt so eine Achtsamkeit, zu anderen Gefühlen und massiv zu sich…
Probiere es doch gerne bei der nächsten Tasse aus und natürlich geht das auch mit einer Tasse Kaffee.
Ich wünsche Dir heute achtsame und wundervolle Momente zum GENIEßEN…
Herzliche Adventsgrüße
Deine Bärbel