6.Türchen- Was können wir vom Nikolaus lernen?

6. Dezember Nikolaustag
Nikolaus war ein guter Mann, so schreibt es die Geschichte. Ein Bischof aus Myra. Wohlhabend und mit tiefen Werten. Er verkörpert Werte, die für den eigenen inneren Frieden sehr wichtig und hilfreich sein können. Ja und auch Werte, die für ein friedliches Zusammenleben von uns Menschen wichtig sind, helfen und unterstützen können.
Güte, Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Das sind wunderbare Werte, die ich Dir heute an seinem Gedenktag, als Impuls gerne, Dich erinnern, schenken oder Dir in Dein wertvolles Herz wieder legen darf.
Deine Güte mit Dir selbst, dass Du Dich so annehmen kannst, wie Du bist, Dich selber liebst und daraus Güte und Liebe für andere verschenken kannst.
Deine Barmherzigkeit für Dich und Dein Dasein. Barmherzigkeit ist mehr als nur Mitleid für andere zu empfinden oder nur für andere selbstlos zu sein. Sondern barmherzig sein auch für sich selber, anzuerkennen, seine Größe/Kraft und Licht in sich zu sehen. Menschen mit Barmherzigkeit auf Augenhöhe zu begegnen. Barmherzig sein schafft Raum. Raum für? Raum für ganz viel, auch für Vergebung.
Nelson Mandela verharrte nicht in seinem Schmerz, lange im Gefängnis, viele schreckliche Dinge, wurden ihm angetan und trotzdem predigte er nicht Hass, sondern Vergebung und Frieden. Barmherzigkeit heißt deswegen auch ein wenig wieder Chancen zu geben, zu sich selbst und anderen.

Barmherzigkeit ist mehr als nur Solidarität und Almosen verteilen, um das schlechte Gewissen vielleicht zu überdecken. Barmherzigkeit fordert zum Ruf auf, auf sich selber, alle Menschen, den Planeten zu achten.

Barmherzigkeit zeigt sich durch Worte der Vergebung und Trost, dem begegnen auf Augenhöhe, dem berühren im Herzen und wo keine Worte Trost spenden können, einfach durch das Dasein. Durch Taten, die mit offenem Herzen geschehen, nicht durch Pflichtgefühl oder Erwartungen. Ich glaube, dass dies alles schon sehr viele Menschen tun und das ist wunderbar, jeder wirkt in seinem Kreis und wird sich automatisch ausweiten…
Jeder darf und sollte aber für sich selbst entscheiden, denn ein übernommener Wert, der nicht zu uns passt, bringt überhaupt nichts, außer Frust und stressige Empfindungen. Werte werden natürlich teilweise durch unser Familiensystem und unsere Sozialisation geprägt bzw. gelegt. Einiges übernehme wir, sind wertvoll und einige führen genau deswegen später zu extrem stressigen Empfindungen.
Vielleicht passen sie überhaupt nicht zu unserem tiefen inneren Kern. Wenn z. B. mir persönlich es wichtig ist, einen kreativen Beruf zu ergreifen und ich den Wert aus der Familie Sicherheit übernehme, darauf hin etwas studiere, einen 9-to-5-Job ausführe, vermutlich zu Frust führen kann und damit unglücklich macht.
Deswegen ist es wichtig, das unsere Werte uns bewusst werden und sie überprüfen. Sie können sich auch im Laufe des Lebens ändern. Durch Älterwerden, durch jede Weiterentwicklung, ob bewusst oder einfach durch den Lauf der Dinge, ist unser Bewusstsein verändert und wir sehen Dinge aus ganz anderen Winkeln.
Werte…
Werte oder unsere tiefen Grundwerte im Leben spielen eine zentrale Rolle und sind sozusagen die Würze für ein sinnerfülltes Leben. Praktisch ein tiefes Fundament in uns selbst. Wie viele kleine Kompasse zeigen sie uns im Leben die Richtung.
Beeinflussen Denken und Handeln. Wirken sich wesentlich auf die Qualität von unseren Lebensgefühlen aus. Sind an unserem Stresserleben und unsere Stressbewertung beteiligt.
Lebe ich in Einklang mit meinen Werten, dann führt dies dazu, das ich am Lebensabend eher sagen kann:
„Ich habe ein zufriedenes und erfülltes Leben gelebt.“
Kein Geld und keine Macht der Welt wird so ein tiefes Gefühl der absoluten Stimmigkeit hervorrufen können.
Sicherlich wirst Du Menschen kennen, die etwas tun, wo andere der Meinung sind, dass man z. B. zu wenig Geld verdient, es zu stressig ist oder „private“ Zeit (ehrenamtlich) in Anspruch nimmt. Diese Menschen machen das häufig aus dem Grund, weil sie darin ihren Sinn sehen und damit ZUFRIEDEN sind.
Wenn ich konträr zu meinen Werten bestimmte Dinge tue, wird es mit dem Aufbau von „Zufriedenheitsgefühlen“ schwieriger.
Werte sind tiefe Überzeugungen in mir selbst. Agiere ich nun dagegen oder wird von anderen Menschen durch ihr handeln, meine Werte verletzen, wirkt sich dies negativ in meinem Empfinden aus.
Sind mir meine Werte bewusster, habe ich die Möglichkeit schneller bestimmte Dinge/Situationen/Verhalten/Gefühle wahrzunehmen, kann es besser einordnen und mein Handeln neu orientieren. Somit entsteht wieder viel mehr Klarheit, welches meinen Blickwinkel weiten lässt.
Ich wiederum ganz anders damit und mit dem Verhalten von Menschen umgehen kann.
Warum mich dieses oder jenes z. B. stört, ärgert, usw. Damit viel schneller die Möglichkeit habe wieder dagegen zusteuern (positivere Gedanken).
Werte sind unendlich WERTVOLL.
Weil sie mir in einer ständig stets veränderbaren Welt, Orientierung und Halt geben können.
Bin ich eingebettet in einer Basis von Orientierung, Sicherheit und Halt (zählt zu den Grundbedürfnissen von uns Menschen), kann ich vielem im Leben gelassener gegenübertreten bzw. schmeißt mich weniger aus der Bahn. Ich habe weniger stressige Empfindungen…
Werde Dir Deinen Werten bewusst. Welche fördern Dich? Welche passen nicht? Welche führen eher zu stressigen Empfindungen?
Auch hier eignet sich die kreative Methode, die ich schon vorgestellt habe. Ein Blatt und ein Kreis, in der Mitte schreibst Du – meine Werte und dann mit Strichen nach außen ziehen und Deine Werte aufschreiben.
Ich wünsche Dir viel Spaß und Freude beim Entdecken Deiner Werte…
Herzliche Grüße und einen wunderbaren Nilkolausabend
Deine Bärbel