Wärme nicht ständig Deinen Ärger auf!

Denn durch jedes aufwärmen, nähren wir die negative Energie. Hilft uns das weiter? Wohl eher nicht. Akzeptiere ihn, jedoch lass ihn nicht über Dich bestimmen und vergifte Dich nicht immer wieder selbst damit. Ganz leicht passiert, dass er wie ein grauer Schleier sich auf alles niederlässt.
Du ärgerst Dich tierisch über etwas, kommst nach Hause und erzählst es Deinen Partner und zack wieder drin in dem negativen Gefühl. Du triffst vielleicht noch eine Freundin, ach letzte Woche ist mir was passiert und zack wieder drin.Nein, es heißt nicht, das wir nicht Dinge erzählen sollen, jedoch sollten wir achtsam dafür werden, weil die Energie immer der Aufmerksamkeit folgt.
Ist nicht immer so leicht. Das weiß ich. Es würde evtl. nämlich auch heißen, dass wir uns überlegen dürfen, womit wir Gespräche füllen?!!! Und bedeutet auch, dass wir uns hinterfragen dürfen, was und weshalb, ist mir so wichtig, dies so mitzuteilen. Geht es hier um mich oder um meinen Umgang? Geteiltes Leid, geteilter Ärger, gleich halbes Leid/Ärger? Aufmerksamkeit? Anerkennung? Bedürfnisse? Werte? Alte Triggerpunkte?
Diese Triggerpunkte nehmen manchmal auch in der Stressbewältigung einen Stellenwert ein.Diese Triggerpunkte sind Dinge aus alten Erfahrungen, Verletzungen, die meist mit starken Gefühlen verbunden, aus dem „damaligen“, entstanden sind. Das können positive wie negative Dinge sein. Da diese Dinge mit Gefühlen gekoppelt sind, entsteht genau deshalb, dass wir uns bei alten Erinnerungen, meist genauso fühlen. Das können schon kleine Sätze von jemand aus der Vergangenheit sein.
 Z.B. in der Schule ausgelacht werden, meckernde Menschen, wo wir uns dann hilflos und ohnmächtig gefühlt haben. Oft haben wir in dieser Phase einfach noch nicht die Fähigkeiten damit umzugehen. Hat dann jemand genau diesen Ton, Mimik, Art, lehnen wir dies ab bzw. kann dieses alte Gefühl im Unterbewusstsein dann im jetzigen Erleben wieder aktiv werden.  Jeder kennt seine inneren und ausgesprochenen Sätze, du bist wie… du erinnerst mich an… Und wie beschrieben, das müssen nicht immer absolute dramatische schlimme Dinge sein. Manchmal sind es die kleinen Dinge aus unserer gesamten Umwelt, daraus entwickeln wir uns und unsere Sicht der Welt. Werden dadurch einfach geprägt.
Wir sind sehr komplexe Wesen und damit Du es besser/genauer zu verstehen kannst, will ich hier kurz 2 wichtige Dinge in Bezug auf unser Gedächtnis hervorheben. Die mir sehr geholfen haben, auf verschiedenen Ebenen das/uns/mich besser zu verstehen. Versuche so einfach wie möglich und kurz zu erklären.
Das explizierte Gedächtnis ist zuständig für das Gesamte. Daten, Fakten, Abläufe werden zusammenhängend erfasst. Die Geschichten haben ein Anfang und Ende.
Das implizierte Gedächtnis nimmt Emotionen, das sinnliche wahrnehmen (hören, schmecken, tasten, fühlen usw.) und das körperliche Erleben von Situationen mit auf. Es erinnert an all das, was berührt hat. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um angenehme oder unangenehme Erinnerungen von Situationen oder Erfahrungen handelt. Es speichert also nur Bruchstücke (Geräusche, Atmosphäre, Bilder, Berührungen) auf, die untereinander keine Verbindung haben. Sich nicht konkret als erzählbare Geschichte erfassen und erzählen lassen.
Egal, was uns geschieht, durchläuft verschiedene Wahrnehmungsfilter und Gehirnarealen. Werden dann z.B. im limbischen System (Gedächtnis Gefühlsareal) abgespeichert. Gibt es nun Auslöser, die natürlich meist im unbewussten liegen, können dann genau diese Gefühlslagen wieder auslösen. Jeder kennt es, wenn wir uns an Situationen erinnern, die nicht gut waren oder im positiven Kontext, uns an Situationen erinnern in denen wir aus dem Herzen gelacht, Spaß usw. hatten.
Diese unterschiedlichsten emotionalen Reaktionen, die hervorgerufen werden, können manchmal unser jetziges Erleben stark beeinflussen. Natürliche auch unsere Stressbewertung und das Stresserleben. Deswegen sind Selbstreflexion und das Hinterfragen immer sehr hilfreich, sich damit auseinanderzusetzen.
Es schafft sehr viel Klarheit. Klarheit für und über sich selber, sich selbst wahrzunehmen. Klarheit über unsere inneren Anteile. Gefühle/Werte/Bedürfnisse/Meinungen/Ängsten usw.Klarheit kann helfen bewusster Entscheidungen zu treffen und unterstützt dabei das Achten der eigenen Grenzen. Klarheit mir selbst authentisch und ehrlich zu begegnen. Klarheit lässt Muster und Strategien erkennen. Klarheit schafft auch einen intensiveren und anderen Kontakt in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen herzustellen. Unsere menschlichen Verbindungen bzw. menschliches Miteinander sind teilweise Stressoren (Stressauslöser) für uns. Der andere für mich, genauso auch ich für andere!
Bin ich mir und über mich selber mehr im Klaren, bin ich Handlungsfähiger und fördere maßgeblich meine Selbstwirksamkeit. Selbstwirksamkeit ist meines Erachtens ein ziemlich starkes Grundbedürfnis. Wir streben danach uns selbst Ausdruck, zu verleihen.
Welche Triggerpunkte, das vielleicht bei Dir sein könnte, will ich nicht beurteilen, das darf und sollte jeder für sich selber raus finden. Manchmal reicht es diesen Weg alleine zu gehen, manchmal benötigt es einen Unterstützer. Und ganz klar benötigt es manchmal bis unumgänglich einen Therapeuten, weil bestimmte Dinge traumatisches Erleben beinhalten können. Das muss ganz klar unterschieden werden. Traumatisches Erleben ist nicht nur auf rein körperliche Gewalt bezogen, es geht immer um existenziell bedrohliche Situationen, was z.B. ebenfalls durch einen Verkehrsunfall, dem Anblick von Gewalt, auch entstehen kann. Kampf oder Flucht ist nicht mehr möglich.
Unser System reagiert meist mit Verdrängung, Abspaltung. Das sind überlebenswichtige Schutzmechanismen. Die dann als Erinnerungssplitter aus dem implizierten Gedächtnis entstehen. Dabei brauchen viele Menschen Hilfe, diese Dinge aufzuarbeiten, einzuordnen und damit umzugehen. Scheue Dich nie professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Manche Menschen schaffen es schneller, wieder umgangssprachlich auf die Beine zu kommen, manche benötigen länger. Manche alleine, manche nicht. Es ist kein Zeichen von Schwäche sich Hilfe zu holen, sondern zeigt Verantwortung!
Für den eigenen Weg, sich Klarheit über sich und sein handeln, sein Leben zu verschaffen, sind natürlich, dass „in sich gehen“ wichtige Schritte. Stille und Ruhe unverzichtbar, sich auf diesen Prozess einzulassen. Mir persönlich hat es sehr geholfen, meinen Stressumgang wesentlich damit mitzubeeinflussen. Mich besser kennenzulernen. Viele Dinge haben sich dadurch positiv verändert. Mir immer leichter fällt, mehr zu mir und meiner Mitte, immer wieder zu finden. Denn nach meiner Auffassung ist dies ein ständiger lebenslanger Prozess. Es gibt immer wieder NEUES.
Nach und nach verändert sich der Umgang mit aufkommenden alltäglichen Ärgersituationen. Hier eine gesunde Balance zu schaffen, zwischen dem auseinandersetzten mit inneren Anteilen und dem nicht ständig aufwärmen, sich damit selber in wieder negativen Zuständen zu bringen, ist möglich.
Bedenke immer wieder:

„60 SEKUNDEN ÄRGER KOSTEN DICH 60 SEKUNDEN DEINES GLÜCKS…“

Ärger zieht extrem viel Energie. Manchmal ist er zum ERKENNEN, das etwas uns widerspricht, nicht GUT TUT, wir verletzt sind, gegen unseren eigenen Wert oder Vorstellungen verstößt usw. wichtig und gut. Jedoch dürfen wir im ÄRGER nicht verharren. Das bringt uns auf Dauer wenig, macht krank, vernebelt und hält uns von stärkenden, neuen, schönen Möglichkeiten ab.
Ich frage mich deswegen immer wieder:
Was will mir mein Ärger sagen?
Lohnt sich diese Energie in Form von Ärger?
Habe ich was davon, wenn ich mich ärgere?
Fährt der Autofahrer schneller, wenn ich mich ärgere?
Löst sich der Stau auf, wenn ich mich ärgere?
Verändert sich das Verhalten der anderen Person, wenn ich mich ärgere?
Hat mein Ärger mit ganz anderen Dingen zu tun? (Innere Anteile/Erfahrungen/Gefühle/Prägungen)

 

Das ist ein Weg, der manchmal nicht leicht ist, der vieles entspannen kann. Ein Weg, der manchmal schmerzlich sein kann, aber ein Weg, der sich lohnt. Der ganz viel Freiheit und KLARHEIT schafft.
Gerne darfst und kannst Du mich bei Fragen/Hilfe usw. per E-Mail kontaktieren.
Ich wünsche Dir bei diesem Weg, viel Kraft, Mut und Festigkeit, vor allem, wenn Du an Dir selber zweifelst.
Viele liebe Grüße
Deine Bärbel

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