Reden kann jeder. Doch nicht jeder versteht. Nicht jeder der spricht, ist sich seinen eigenen Anteilen bewusst!

((c) Bildquelle, Canva)

„Die Menschen sollten weniger übereinander sprechen, sondern miteinander sprechen.“

Fred Ammon

Heute schreibe ich über meine Gedanken zu diesem Zitat …
Die einen mehr die anderen weniger bis gar nicht. Was in meinen Augen nicht heißt das wir über „gut und schlecht“ differenzieren dürfen/sollten. Und es ist egal, ob ich an dieser Differenzierung glaube, ich glaube schon, dass dies unser eigener Geist macht. Was gut oder schlecht ist, bewerte ich nach meinem Weltbild/Erfahrungen/Bedürfnissen/Werten/Prägungen usw. Schon etwas knifflig, weil ohne das Gegenteil wüsste ich nicht, was das Andere bedeuten würde.
Unser Geist ist sehr komplex und denkt so gerne. In meinen Augen geht es oft um uns, für unser Überleben zu sorgen, Orientierung, Halt, dafür ist er mitgeschaffen. Die Krux, manchmal erschafft er Dinge, die überhaupt nicht relevant sind, aus alten Geschichten was hervorholt, was in der Gegenwart überhaupt keine Rolle mehr spielt. Oder er lenkt dadurch ganz bewusst ab. Ein sehr spannendes Thema. Es kann jetzt sein, das einige Dinge natürlich nicht auf Dich zu treffen, es sind sowieso immer die Anderen …
Wenn es Dich emotional aufregt, lade ich Dich ein, das für Dich genauer in Ruhe zu klären, was genau regt mich auf? Ist angesprochen? Warum Widerstand?
Einiges ist uns nicht bewusst. Unser Unterbewusstsein spielt immer eine wesentliche Rolle, deswegen nehme die nächsten Zeilen nicht persönlich…
Wir alle haben es mehr oder weniger schon getan und es soll hier kein Zeigefinger sein, keine Schuld und Schamgefühlewecken. Wir sind Menschen, nicht perfekt und lernen im LEBEN im dazu. Ich schließe mich selber nicht aus. Seitdem mir aber vieles bewusster geworden ist, ich kräftig im Innenleben aufgeräumt, verstanden habe, fällt es mir einfach leichter auf, wenn es dann doch noch passiert. Alles ist eine Übungssache und auch ich bin in diesem oder eher gesagt in vielen Bereichen eine Übende …

 



Über andere Reden lenkt manchmal von den eigenen Dingen ab. Manchmal unbewusst das was in uns nicht angesehen wurde (Verletzungen/Blockaden/Glaubenssätze uvm.).
Von unseren Gefühlen, Wünschen, Unzufriedenheit. Manchmal sind es die Verhaltensweisen von Menschen, die einfach nur blöd sind, die Unverständnis, Wut, Frust usw. in uns entstehen lassen.  Was auch eigene Schuldgefühle beinhalten kann, weil wir evtl. Verantwortungen abgeben, nicht wahrnehmen, es heißen würde, wir selber müssten was tun. Das ist schwer auszuhalten und so ist es viel leichter, über andere zu urteilen, zu reden, sich mit ihrem Leben auseinanderzusetzen …
Manchmal geht es um die eigene Aufwertung. Wir fühlen uns besser, wohler. Wie schnell passiert es, wir sehen jemand und … …kann ich ja mit meiner Figur recht zufrieden sein…
Wenn wir über andere reden, evtl. andere schlecht machen, kann es um die inneren Anteile gehen, sich selber nicht die Wertschätzung zu schenken, die vielleicht dieser andere sich schenkt. Er also Dinge tut, macht, so sieht, die wir im inneren für uns gerne auch hätten. Unbewusster Neid könnte dahinter stecken. Und oft lehnen Menschen was bei anderen ab, was wir in uns selber vermissen, nicht haben. Meiner Erfahrung nach ist das ein ganz wesentlicher unbewusster Anteil bei ganz vielen Menschen.
Manchmal, weil wir eine Person mögen/lieben und mit irgendwas nicht klar kommen und jemand anderen brauchen der unseren Blickwinkel öffnet. Natürlich ist es besser mit der eigentlichen Person zu tun, jedoch Ausnahmen bestätigen die Regel und eine neutrale Person könnte hilfreich sein. In Ausnahmefällen!

Miteinander sprechen, kann eine Herausforderung sein, wirkliche, authentische Gespräche zu führen, doch das wird uns oft nicht wirklich beigebracht, auf was es ankommt…
Jedes Gespräch bedarf Achtsamkeit. Präsent sein. Wirkliches DASEIN in diesem Moment. Achtsamkeit im Hören und zu hören, seinen Geist beobachten, wann er etikettiert, bewertet, abschweift, interpretiert. Ab wann innere Ablehnung stattfindet oder meine Dinge angesprochen werden und damit dann nicht bei meinem gegenüber, sondern in meinem, aus dieser oder jene Perspektive sehe und auch vielleicht meins weitergebe. Es gibt noch viel mehr Aspekte, die ich hier nicht alle aufführen kann.
Es geht über unsere Wortwahl, Formulierungen, Gestik, Mimik, Klangmuster der Stimme, Sprachmuster, Sprachgebrauch, Muttersprache, Kultur, Alltagssprache uvm.. Alles immer individuell, unterschiedlich und einzigartig. Nicht zu vergessen, jeder kennt es nur zu gut, die Betonung. Es wird etwas gesagt und durch die Betonung kommt etwas ganz anderes an. Oder lässt z. B. Ironie oder Sarkasmus erkennen.
Mir persönlich habe 2 Kommunikationsmodelle geholfen. Zum Ende und besseren Verständnis, möchte ich Dir in Kurzform aus meinem Stressbewältigungsseminar zwei Modelle, die es meines Erachtens sehr gut deutlich machen, vorstellen.
Reden kann jeder. Doch nicht jeder versteht. Nicht jeder der spricht, ist sich seinen eigenen Anteilen bewusst!
Die 4 Seiten einer Nachricht (nach Schulz von Thun)
Sachinhalt: Info-Kern, ohne Bewertung, Beschreibung, Tatsache.
Selbstoffenbarung: Selbstdarstellung und unbewusste Selbstenthüllung, wir sind immer selber beteiligt (als Person mit Werten, Einstellungen, Erfahrungen usw.)
Beziehungen: Der sprechende zeigt dem Empfänger seine Haltung, wie er zu ihm steht, was er von ihm hält usw.
Appell: Fast jede Nachricht besitzt einen Appell mit dem Ziel einer Reaktion. Der Sender möchte bewusst oder unbewusst Einfluss auf den Empfänger nehmen.
Beispiel: „Der Mülleimer ist voll.“
Sachinhalt: Mülleimer ist voll.
Selbstoffenbarung: Es stinkt mir. Es soll kein voller Müll herum stehen.
Beziehung: Ich muss dir hinterher räumen. Nie siehst du das. Immer ich. Du siehst den Dreck nicht.
Appell: Bring den Müll raus. Du sollst den Müll rausbringen.
Auf welcher Ebenen nun diese Nachricht wirklich gemeint wurde, liegt in jedem selbst. Hilft seinen eigenen Botschaften einfach besser zu verstehen. Auf welcher Ebene die Nachricht ankommt, hängt auch von dem Gegenüber ab, mit welchem Ohr er diese Nachricht wahrnimmt. Auf der Sach; Beziehung; Selbstoffenbarung oder Appellebene.
Gewaltfreie Kommunikation (nach Rosenberg)
3 W`s
Wahrnehmung: Was hat der andere mitgeteilt?
Wirkung: Wie wirkt das Gesagte, was fühle ich, löst es in mir aus?
Wunsch: Was wünsche ich mir von dir?
A: Beobachtung
B: Gefühl
C: Bedürfnis
D: Bitte
Wenn A, dann fühle ich (mich) B, weil ich C brauche, deshalb möchte ich jetzt gerne D.
Der erste Schritt ist erst mal sich selber in Gesprächen zu beobachten, ab wann und wie ich höre, zu hören. Und dieser Prozess ist eine Übungssache. Ich bin selber eine Übende. Es ist aber höchst interessant, hilft sich selber „BESSER“, zu verstehen, verändert und vertieft ganz viel. Für uns und für unsere Beziehungen und Bindungen. Wir alle Leben in den unterschiedlichsten Beziehungskonstellationen. Beziehung entsteht nicht nur durch eine Liebesbeziehung.
Wir haben im Leben ständig mit vielen Menschen zu tun und mit diesen dürfen wir alle unsere Leben mehr oder weniger teilen, andere gibt es nicht. Also sollten wir anfangen wieder mehr respektvoll und wertschätzend mit allen umzugehen, gemeinsam zu leben. Wir leben alle hier auf diesen Planeten, in dieser Zeit, dies ist unsere Zeit. Jeder Einzelne hat die Möglichkeit, die Kraft und das schöpferische Potenzial gemeinsam daran mitzuwirken, zum Wohle aller …
Hier ein andere Blogbeitrag über Worte von mir.

http://entspannungslounge.com/2017/03/11/worte-koennen-so-viel-wir-koennen-worten-nicht-entrinnen-sie-sind-ueberall-entspringen-worte-praegen-uns-und-unser-lebensgefuehl/

Ich wünsche Dir alles erdenkliche GUTE.
Herzliche Grüße
Deine Bärbel

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