Sorgenstuhl…

Guten Morgen…
…„Liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da …“
Sorgen und grübeln können die Lebensfreude und unseren inneren Frieden ziemlich gefangenhalten. Wir sitzen im Sorgenschaukelstuhl, fesseln und berauben uns selber.
Schaukeln kann sehr beruhigend sein, wie wohlig war dieses Gefühl im Mutterleib, hin und her getragen zu sein, jedoch nicht mit einem Kopf voller Sorgen, Gedanken und ständigem grübeln.
Manche Menschen stehen schon morgens auf und haben düstere Befürchtungen, die sich über den ganzen Tag, bis in die Nacht, den Träumen, in die Beziehungen, in jedem Handeln und Tun immer weiter ziehen.
Kann ich somit zufrieden, harmonisch, freudvoll, wohlfühlend mein Leben empfinden?
Oft wissen wir, dass es zu nichts führt, driften jedoch schneller ab, als uns lieb ist und guttut.
Ich glaube, wir möchten mit Sorgen, sorge für etwas tragen, uns auf etwas vorbereiten.
Es gibt natürlich viele verschiedene Aspekte. Wir Menschen sind individuell. Natürlich kann es sein und nicht zu 100 % für Dich stimmen. Es geht hier um meine Erfahrungen und meine Sicht der Dinge. Mich hat es jedoch in den letzten Jahren wesentlich freier gemacht.
Mit dem „zu viel Sorgen“ machen, versuchen wir uns vor Schmerzen, zu bewahren. Ängste aus dem Unterbewusstsein, ein mangelndes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl oder Glaubenssätze können sich in übertriebenen Sorgen zeigen. In meinen Augen versuchen wir auf einer Art und Weise Kontrolle, Sicherheit, Orientierung zu bekommen.
Sich Sorgen zu machen ist nicht dramatisch, jedoch wenn sie alles überschatten, dann sind sie längerfristig ein emotionaler Stressfaktor. Unsere Gefühle, Gedanken rufen Körperreaktionen hervor, sind in Wechselwirkung, steuern und beeinflussen uns. Zu viel Sorgen über unsere geliebten Menschen, über unsere Arbeit oder was auch immer, versetzen immer wieder in einem negativen Zustand.
Verengen den Blickwinkel, überschatten vieles andere und vor allem das Positive und Schöne. Wir berauben uns selber von nährenden positiven Lebensgefühlen.
Eine Sorge kann ein Hinweis und eine Einladung sein, sich mit inneren Anteilen zu beschäftigen. Ansonsten beschäftigen wir uns mit etwas, malen sehr dramatisch uns Dinge aus. Unser Gehirn kann das sehr gut, jedoch kann es nicht unterscheiden, ob es nur Fantasie oder Realität ist. Unser Organismus reagiert klassisch mit Stressreaktionen im Körper. Anspannungen, Blutdrucksteigerung, Schlafstörungen und vieles mehr. Das heißt, wir schaukeln in dem Sorgenstuhl, verbrauchen sehr viel von unserer Kraft, werden immer müder und kraftloser, kommen aber nirgendwo wirklich an.
Aus dem Sorgenschaukelstuhl aussteigen.
Unsere Gedanken sind mächtig, für uns selber, wir können sie schöpferisch walten lassen oder uns selber in die Finsternis verfrachten. Vertrauen und Akzeptanz im Leben zu finden, ist eine Herausforderung. Auf sehr vieles im Leben haben wir konkrete Möglichkeiten es zu steuern, zu gestalten, und doch gibt es Aspekte, auf oder mit denen es nicht geht. Wir dürfen akzeptieren das es immer etwas gibt, was außerhalb unserer Einflussmöglichkeiten liegt.
Mit meinen Sorgen kann ich nicht verhindern, …
… dass der Partner mich nicht mehr liebt.
… dass ich nicht die Arbeit verliere.
… dass meine lieben Menschen um mich herum nicht sterben.
… dass ich keine Unfälle erleide.
… dass ich vor Krisen/ Krankheiten geschützt bin.
Alles schmerzvolle Situationen, die ich genauso wenig fühlen möchte. Und glaube mir, früher war ich oft genug in diesem Kreislauf gefangen.
Situationen sind immer, wie sie sind, sonst wären sie anders!
Akzeptanz heißt niemals das wir resignieren. Akzeptanz ist der erste Schritt zur Bewältigung einer Situation, Belastungen, Stress, Gefühlen, einer Krise. Situationen zu akzeptieren ist eine innere Haltung, die dazu führt, dass die unveränderliche Realität angenommen wird. Damit verliert sie eine Menge von ihrem Schrecken, den der Widerstand, den wir selber hegen, zieht Energie, die an anderer Stelle uns fehlt.
Wir können mit den Sorgen bestimmte Dinge nicht verhindern. Wir können aber schauen, was es in uns auslöst, was dahinter steckt, was ich anstelle möchte oder brauche. Sozusagen der Impuls, der für die Bewegung zum Aufstehen benötigt wird.
Es geht nicht darum sich mit Gegengedanken, was schön zu reden, sondern, die Gedanken der Sorge zu überprüfen, ob Sie richtig, angemessen, realistisch, überzogen, einseitig usw. sind. Wird mir bewusst, dass diese negativ bewertet sind oder ich die eigentlichen Gründe dahinter, wie Ängste (z.B Angst vor dem Alleinsein), Bedürfnisse, Werte usw. entdecke, kann ich durch die Bewusstwerdung neue, hilfreiche Gedanken/ Erkenntnisse /Ziele entwickeln.
Diese angemessenen Gedanken sind weniger belastend, führen zu angenehmeren Gefühlen.
Weiterhin hilft es, wenn wir in Gedankenströmen unseren körperlichen Zustand verändern. Bewusstes Aufrichten des Rückens/Kopf anheben, Arme/Beine bewegen, der Gang zum Kopierer, spazieren gehen oder natürlich generell Sport betreiben. Dabei passiert, dass wir selber auf unsere körperlichen Prozesse Einfluss nehmen und verschiedene wichtige Hormone verändern, sozusagen in Gang bringen.
In den Körper holen. Bewusstes spüren von Deinen Füßen, Armen, Beinen ist eine Methode in sich wieder ruhend zu werden.
Ein kleiner Stein in der Hose und diesen in die Hand nehmen. Es geht immer darum, wieder zu sich zu finden. Und das geht sehr gut über den Körper, den haben wir immer dabei.
Der Atem darf an dieser Stelle nicht fehlen. Konzentrieren wir uns auf unseren Atem, sind wir bei uns, im Hier und Jetzt, bei uns, im Sein. Der Körper entspannt sich, stressige Empfindungen verringern sich. Situationen werden ganz anders wahrgenommen und bewertet.
Es ist völlig normal, dass wir am Anfang oft hin und her zwitschern. Mache Dir also bitte keine Sorgen darüber…
Bewährt hat sich auch die Stopp-Technik. Stressauslösende Gedanken/Probleme/Sorgen erkennen und stoppen.
Übung: Sitzen, atmen, Augen schließen, sich dem Gedanken, der Sorge oder Problem widmen vorstellen, wer oder was genau, wie fühlt es sich an…?
Cut!!!!
In die Hände klatschen dabei sofort die Augen öffnen! Innerlich deutlich laut Stopp sagen, wenn möglich auch Laut aussprechen. In Situationen wo es nicht geht, Fuß stampfen, kräftig atmen, Körper anspannen, Hände zur Faust anspannen und dann schnell lösen.
Diese Übung ermöglicht durch die Kombination mit den körperlichen Signalen einen Moment deutlich dem Gedankenkarussell Einhalt, zu geben. Um sich danach wieder zu sammeln, zu zentrieren und aus dieser Spirale auszusteigen.
Natürlich gibt es noch mehr, dies sind ein paar Möglichkeiten, die uns helfen können.
Aus der Finsternis erstreckt sich das Licht. Das ganze Leben erscheint in einem anderen Licht.
Akzeptanz für die Dinge auf die wir keinen Einfluss haben. Sich Sorgen zu machen ist nicht nur schlecht, wenn sie zum Reflektieren und zum Handeln uns bewegen. Mache ich mir jedoch Sorgen um Ereignisse die vermutlich nicht eintreten werden, welche außerhalb meines Einflusses liegen, sie mir immer weiter in Horrorszenarien ausmale, damit in die negative Gedankenspirale rutsche, kostet es nur meine Kraft. Somit sich weniger/kein harmonisches, vertrauendes Lebensgefühl in mir entwickeln kann.
Nochmal kurz zusammengefasst:
1. Bewusstwerdung
2. Akzeptanz und Klärung
-Sorgen als ein Teil sehen.
-Was steckt dahinter?
-Werte, Ängste, Gefühle, Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Prägungen, Erfahrungen Bedürfnisse, Glaubenssätze?
Akzeptanz schafft Freiraum. Nicht den Dingen ausgeliefert zu sein, sondern Flexibilität erlangen und dabei Gefühle zu haben, trotzdem handlungsfähig zu sein.
3. Kreislauf der sorgenvollen Gedanken durchbrechen
-Körperlichen Zustand verändern
-Bewegung
-In den Körper holen. Körper wahrnehmen, spüren. Taktiler Reiz wie z. B Stein in der Hosentasche
-Atem wahrnehmen
-Stopp-Technik
-Was tut mir gut? Was möchte ich? Was möchte ich anstelle von … ? Bei welchen Tätigkeiten geht mein Herz auf?

Nette Gesellschaft, Lachen, Spaß, Humor und Ulk im Leben, können die Sorgen nicht immer nehmen, jedoch vertreiben sie uns ebenfalls aus dem Sorgenschaukelstuhl …
In diesem Sinne wünsche ich Dir eine Menge Situationen, nette Gesellschaft, die Dich zum Lachen bringen.
Herzliche Grüße
Deine Bärbel

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