Immer die Anderen???

Schnell passiert´s. Die, der oder das ist verantwortlich. Sollte anders sein. Sollte sich anders verhalten. Und und und …

Natürlich gibt es Momente, wo etwas nicht so sein darf oder sein sollte. Jedoch wird die Anklage mir nicht weiterhelfen. Die Situation oder das Verhalten von Menschen ist in diesem Moment so. Natürlich müssen Grenzen und manchmal auch deutliche Konsequenzen zum Wohle aller passieren. Grade in Bezug auf Gewalt und steht außer Frage.
Für die vielen kleinen allgemeinen Stressauslöser jedoch nicht. Durch unsere Gedanken und dem Widerstand gegen das, nähren wir das Negative.
Mit unserem Bewusstsein das wir in irgendeiner Weise, ob unbewusst oder bewusst an allem beteiligt sind, ist ein erster Schritt. Heißt nicht das der Andere, das so tun sollte. Jedoch gibt es immer auch einen eigenen Anteil. Schließlich sind wir dabei.
Genau hier fängt die Veränderung an. Je mehr ich mir bewusst werde, kann ich meinen Anteil verändern. Gleichzeitig ein anderes Verstehen für den Anderen.
Das sein Verhalten gar nichts mit mir zu tun haben muss. Sondern alte Geschichten, Verletzungen, Gefühle, unerfüllte Bedürfnisse, Ängste. Oder auch das Spiegeln und projizieren. Du bist völlig entspannt und jemand sagt zu dir, was schaust du so wütend. In dem Moment bist Du etwas irritiert, weil du überaus keine Wut verspürst. Das kann spiegeln eigener innerer Anteile von dem Andere und projizieren auf den Anderen (in dem Fall auf Dich) sein. Natürlich gibt es immer Aspekte, die Dir eventuell auch nicht bewusst sind. Deine Mimik und Ausstrahlung zeigt was anderes als Deine Worte. Unter anderem der Sprachklang verrät viel über innere Anteile. Manche Menschen sind sehr sensible und können genau das ebenfalls wahrnehmen.
Das können manchmal verdrängte Dinge in uns sein, ein nicht wahrhaben wollen, alte Glaubensüberzeugungen/ anerzogene Glaubensüberzeugungen, Erfahrungen usw. Somit triggert das Verhalten von Anderen manchmal etwas in uns. Meist aus alten Erfahrungen und relativ häufig im Unbewussten liegt. Viel Vorurteile entstehen aus diesen Geschichten.
Im späteren Leben haben die Prägungen aus dem Kindesalter, in sehr vielen Dingen einen wichtigen Anteil. Grade in Bezug auf unsere Trigger, unsere Sicht, Lebenseinstellungen und Realität der Welt. Werden einem Kind in Kindheitstagen z. B. Gefühle aberkannt. Weil sie nicht passen, gesellschaftlich nicht anerkannt sind (z. B. Wut), könnte ein Kind daraus lernen das das, was es fühlt, nicht richtig ist. Indianer kennt kein Schmerz, kann auf einer Art zu einer Stärke führen und die Anstrengungsbereitschaft fördern. Jedoch kann es wie oben aufgeführt dazu führen, dass das was gefühlt wird, nicht richtig sei, es abgespalten und verdrängt wird.
Nach meiner Auffassung brauchen wir jedoch vor diesen Dingen keine Ängste haben. Unsere Mechanismen sind teilweise genau dazu auch geschaffen worden. Nicht alles was verdrängt wird, ist schlecht und soll genauso sein. Unser System wäre sonst überfordert, das hat Mutter Natur eingerichtet. Was sich zeigen soll, wird je nach Entwicklungsstand sich uns zeigen, immer so das wir in der Lage sind dies zu bewältigen. Allein und manchmal bedarf es Hilfe vom Außen.
Wie gesagt, einiges hat mit anderen zu tun und unser Unterbewusstsein wo unsere Dinge abgespeichert sind, haben eine tragende Rolle. Für unseren Umgang und für die eigene Klarheit ist es jedoch hilfreich, das zu wissen. Nur so kann ich meine Anteile erkennen, mich selber besser abgrenzen.
Die Gründe sind vielfältig, jeder und jede Gegebenheit ist anders. Ich kann nur für mich sagen, dass mir dieses „Wissen“ darüber einiges an stressigen Momenten und desgleichen meinen Umgang damit/ mit vielen Situationen und menschliches Verhalten, wesentlich verändert hat. Ebenso mein Selbstbewusstsein mit seinen weitläufigen Aspekten wie Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Selbstliebe usw. wurden auf einer tiefen Ebene positiv gestärkt.
Wir sind unglaublich facettenreiche Wesen. Wir glauben uns zu kennen, die Welt, die Menschen, das Leben. Doch wissen wir ebenfalls gar nichts. Weil wir die Welt durch unsere Brille sehen. Die Brille ablegen ist leichter gesagt als getan und passieren tut es jedoch trotzdem, keiner ist perfekt, auch nicht „Erleuchtete“.
Es kann immer wieder Dinge geben, die erneut auftauchen, wo wir eigentlich gedacht haben, sie sein für uns erledigt, geklärt oder können unsere Muster selber nicht sehen usw.
Selbstbetrachtung ist schon wichtig, jedoch bedarf es auch einen achtsamen Umgang und erkennen, wenn evtl. gar nichts vorhanden ist. Damit richten wir den Fokus auf etwas und können so aufbauschen oder selber kreieren.
Jeder ist auf seinem Weg und darf die Dinge für sich entdecken und entscheiden.
Starre macht unbeweglich, sind wir gefangen in unseren Konzepten, Mustern und alten Geschichten, kann nichts Weiteres entstehen. Auch in Bezug auf Stressreduzierung oder dem Glücksgefühl. Eine gewisse Flexibilität ist wichtig.
Der Kontakt mit mir selber und unsere sozialen Beziehungen oder vielmehr der generelle Umgang mit allen Menschen wird längerfristig wesentlich zum Wohle aller unterstützt. Dieser Prozess verändert in uns etwas und somit beeinflusst es unsere Stressbewältigung. Fühlen wir uns wohl, werden wir die Dinge wesentlich anders empfinden.
Haben wir mehr Toleranz, Offenherzigkeit und Einfühlungsgabe für Andere, können wir in vielen Dingen uns selber viel besser wahrnehmen. Ebenfalls uns Toleranz, Offenheit und Verständnis schenken.
Ich weiß, dass es nicht unbedingt leicht sein kann, alte Pfade zu verlassen. Dem Unfreundlichen mit Freundlichkeit zu begegnen, tief, ehrlich, nicht wegen der konditionierten Höflichkeit, sondern aus dem Herzen. Es ist möglich und ein Prozess. So wie Frieden in der Welt aus vielen Aspekten erwächst, darf oder sollte er immer und kann er erst in uns selber entstehen. Von innen in die Außenwelt.
„ Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts, und er verwirft auch nichts.“
Buddha
Das Ganze was wir aufnehmen, sollte sich immer setzen, meiner Erfahrung nach, passiert es sofort oder auch später. Nimm Dir die Zeit, die Du zum Nachspüren der Worte brauchst und prüfe sie für Dich.
Ich wünsche Dir eine wunderbare Zeit.

Herzliche Grüße

Deine Bärbel Gebhardt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.